Lieber Herr Lucas Huber


Heute bin ich auf eine wahre Trouvaille in Ihrem Hybridmedium “TagesWoche” gestossen.

Ihr Testbericht zum neuen Tesla Modell S ist eine wahre Perle journalistischen Recherche- Fleisses. So durfte ich mir doch folgende Sätze auf der Zunge zergehen lassen:

“Ich warte, bis sich eine Lücke auftut, dann kommt das «Jetzt!», ich umklammere das Lenkrad, ich stampfe, Litscher lächelt – er macht das ja fast täglich mit seinen Kunden – es presst uns in die Sitze, 5,4 Sekunden, und wir sind schneller als der Verkehr um uns herum.” Da es sich also wie ein Auto aus der Zukunft anfühlt, sind Sie schneller wie die anderen Verkehrsteilnehmerinnen.

Diesen Vorgang nennt man Überholen.

Etwas weiter unten zitieren Sie Rico: “Er erklärt, dass das Gaspedal nicht nur Strom verbraucht, sondern auch produziert.”

Ist das nicht wahnsinnig gefährlich, wenn es im rechten Fuss zwickt?

Aber ich glaub, was Rico sagen wollte, ist Folgendes: Das Auto rekuperiert. Das ist etwas, das jede Elektrolokomotive seit rund hundert Jahren macht. Die Bremsenergie ins Netz einspeisen. So kann man mit der Bremsenergie zweier Gotthard-Talfahrten einmal den Berg hochfahren. Und da das Zwei-Tonnen-Auto Tesla vor allem aus ganz vielen Batterien besteht, kann man die Bremsenergie zurückgewinnen. Das macht Sinn, kein Zweifel.

Aber was mich als Mobilitäts-Interessierten schon länger interessiert, sind folgende Fragen: Was macht Tesla wenn die Batterien mal verbraucht sind? So eine Tonne Lithium-Ionen-Schrott mal in in Afrika vergraben, ist kein Pappenstiel. Und ich würde gerne mal eine recherchierte Geschichte über den Sinn eines Gefährts lesen, das zwei Tonnen wiegt und dafür ausgelegt ist, 4-5 Personen von 70 kg und drei Koffer mit 400 PS über 450 km zu transportieren.

Dazu noch folgende Anekdote: Ich sass einmal mit dem Basler Alt Nationalrat Rudolf Rechsteiner im Tschad in einem Toyota Landcruiser auf dem Rücksitz. Rechsteiner ist so begeistert von Elektro-Autos, dass er ganz heiss wird bei seinen Erzählungen zur Zukunft der Elektromobilität. Und wenn Sie ihn dann noch auf Atom-Energie ansprechen, erreicht er sofort die richtige Betriebstemperatur.

Der Landcruiser verbraucht auf schlechten Strassen zwischen 20 und 30 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Der Airbus A320 ER, in dem ich und Rechsteiner in den Tschad flogen, verballert 3200 kg Kerosin pro Stunde, sobald er die Reiseflughöhe erreicht hat. Bis er auf 11`0000 Meter über Meer ist, geht das Doppelte an Treibstoff drauf. Mein Vorschlag: Sie rufen Herrn Rechsteiner an und sprechen ihn auf seine Flugreisen und sein Mobilitätsverhalten an. Ich sag Ihnen, es wird unterhaltsam.

Was mich jedoch wirklich brennend interessieren würde, ist die Antwort auf die Frage, weshalb der Gesetztgeber die Autohersteller nicht dazu zwingt, leichtere Autos zu bauen, die viel weniger Sprit verbrauchen. Da bekommen Sie mit viel weniger Aufwand eine gute Energiebilanz. Jeder popelige Kleinwagen von Mobility wiegt mehr als 1,2 Tonnen.

Und zu diesem Thema rufen Sie doch den Professor Lino Guzella an. Er weiss viel über Energie und Rechsteiner mag ihn ganz und gar nicht. Für Spannung ist also gesorgt.

Aber ich verstehe schon: «Diese weiblichen Kurven – die Linien sind phantastisch.» Da rutscht uns Männern doch das Hirn gleich etwas tiefer.

Ich grüsse Sie

Ihr interessierter Leser Michael Würtenberg

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