Sehr geehrter Herr Bundesrat Berset

Es ist so: Wir sind vor einem halben Jahr umgezogen. Nun braucht es einen Bundesrat im allgemeinen nicht zu interessieren, wenn eine Familie von einem Kanton in den anderen zieht. Ein normaler Vorgang, könnte man meinen.

Der Grund für diese Zeilen ist eben der: Wir haben vier Kinder, die uns fast immer grosse Freude bereiten.

Die Kinder machen nicht nur viel Freude, sondern kosten eben auch viel. Deshalb gibt es die wunderbare Erfindung der Kinderzulagen. Bei vieren ergibt das ein Sümmchen, das fester Bestandteil unseres Budgets ist.

Und jetzt kommts: Wir sind also letztes Jahr Mitte August von Zürich nach Küttigen gezogen. Nun müssen Sie wissen, dass ich eine kleine, aber feine Unternehmung besitze, die, wie ich hoffe, etwas grösser werden soll. Das braucht Zeit und Geduld, aber ich bin guter Dinge.

Meine Treuhänderin hat mich also bei der SVA Zürich ab- und bei der Ausgleichskasse in Aargau angemeldet. Anfang November bescheinigte dann dieses Amt hochoffiziell das Anrecht auf die Kinderzulagen für vier Knöpfe. Auf dem Fuss folgte die erste Rechnung der SVA Aarau für meine GmbH, eine Rechnung, die ich notabene pünktlich bezahlte.

Das war nicht so einfach, denn die Rechnung war sehr hoch. Die SVA, die zwar das Wort sozial im Titel trägt, versteht jedoch keinen Spass, wenn der Zaster nicht rechtzeitig eintrifft. Die erste Mahnung kostet 40 Franken und die zweite kommt direkt vom Betreibungsamt. Das ist etwas starker Tobak, denn wir machen ja alle mal einen Fehler oder vergessen etwas. Finden Sie nicht?

Nun so denn. Vor zwei Wochen erkundigte ich mich bei der SVA vorsichtig, wie es denn um unseren Kinderzulagen stehe und ob diese nun endlich überwiesen würden? Die Dame meinte, sie brauche noch die Lohnsummenabrechnung, denn ohne diese könne das Guthaben nicht verrechnet werden.

Ich entgegnete, dass ich meinen finanziellen Verpflichtungen pünktlich nachgekommen sei und erwarte, dass auch der Staat pünktlich seine Rechnung begleiche - nicht mehrere Monate später. Mittlerweile hat meine Treuhänderin das Papier eingereicht und ich warte auf den Zaster.

Sehr geehrter Herr Bundesrat, das ist eine Mahnung an die Adresse der SVA. Und da Sie deren Chef sind, dachte ich, Sie könnten sich drum kümmern.

Noch etwas: Wir bauen, baggern, nageln, schrauben, sägen, fotografieren und denken. Ich finde, es braucht eine AHV, und nicht für jeden Kanton eine eigene Ausgleichskasse mit einem schmucken Hochhaus an bester Lage aus Glas, Edelholz und viel Brimborium, mit unfreundlichen Bürokratinnen, die wiederum viel Papier brauchen und Kosten verursachen. Mein Angebot wäre Folgendes: Wir bauen Ihnen ein altes, aber grosses Haus gut und günstig zu einem neuen Hauptsitz für die AHV um. Und aus den kantonalen Geschäftsstellen mit dem vielen Glas und den Edelhölzern und den Bürolisten machen wir wiederum Wohnungen für Menschen mit vielen Kindern, die ja auch irgendwann wieder AHV zahlen. Deal?

Ich grüsse Sie ganz herzlich

Michael Würtenberg

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